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Die Sinnfrage: Was ist ein Hochschulstudium heutzutage noch wert?

Gerade in Fächern wie BWL, die als nicht brotlos verschrien werden wie vielleicht Philosophie. Gerade in Zeiten, in denen Firmen händeringend nach guten Mitarbeitern suchen auf allen uns bekannten Kanälen. Gerade in diesen Zeiten müsste es doch heißen als Ausgebildeter: Arbeitsmarkt, here I am!

Viele junge, auf den Arbeitsmarkt drängende Menschen kommen mit großen Elan aus den Klassenzimmern und Hörsälen rund um den Globus. Sie bewerben sich auf, Stellen die sie ansprechend finden und auf die sie wirklich Lust haben. Doch die Rückmeldungen bleiben meist aus oder sind negativ. Frustration macht sich breit! Wenn eine einzelne Person mehr als hundert Bewerbungen schreibt und immer wieder Rückschläge einstecken muss, kann das sehr deprimierend sein.
Um Mietkosten zu sparen wieder bei den Eltern einziehen? Das sollte nicht Sinn und Zweck einer harten jahrelangen Ausbildung sein, um sich dann zu fragen: Hat sich das Studium überhaupt gelohnt?

Aber diese Situation ist in Deutschland trotz guter Statistiken keine Seltenheit.
Fest steht: In der Bundesrepublik studieren heute so viele Menschen wie noch nie zuvor, fast drei Millionen sind es. Allein zum Wintersemester 17/18 werden eine halbe Million Neueinschreibungen erwartet. Ein Studium galt bisher als Masterplan zu einem guten Job, gutem Einkommen, auf Status und sozialem Aufstieg.
Stand heute stellt sich noch eine weitere wichtige Frage und zwar, ob die Abschlüsse ihren Wert verlieren?
Diese Fragen bewegen viele Studierende in Deutschland, die Stimmung ist mittelprächtig. Einerseits hat der Optimismus zugenommen. Nur eine Minderheit erwartet größere Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche, das zeigt der „Studierendensurvey“, für den Forscher der Uni Konstanz im Auftrag der Bundesregierung regelmäßig Studenten befragen.
Andererseits ist der Wunsch nach einem stabilen Arbeitsplatz stark gestiegen. Deutlich mehr junge Menschen richten die Entscheidung für das Studienfach nach den Arbeitsmarktchancen aus. Einfach nur drauflos studieren, das tun heute die Wenigsten.
Für die Forscher aus Koblenz ein Indiz dafür, dass die Verunsicherung der Studierenden im Hinblick auf die Zukunft immens groß sein muss. Das wird schon irgendwie passen mit dem Berufseinstieg. So oder so ähnlich, könnte man die Stimmung an den Unis zusammenfassen.
Dagegen steht, dass künftig es sein kann, dass die Unternehmen vielleicht gar nicht mehr so dringend nach Wirtschaftsingenieuren, Betriebswirten oder Physikern suchen, sondern nach Menschen mit Berufsausbildung, nach kaufmännischen Angestellten quasi. Pflegekräfte sind schon jetzt die Seltenheit.

Ist Deutschland auf eine Hochschulausbildung zu sehr fixiert? Reicht uns eine Ausbildung im klassischen Sinne nicht mehr aus? Seit einigen Jahren macht daher das Wort vom Akademisierungswahn die Runde. Das Wort impliziert den Wahn nach akademischen Graden. In die Welt gesetzt hat es der Münchner Philosophieprofessor und ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin. Der Ansturm auf die Hochschulen, so die These, frustriere am Ende viele. Die Absolventen, die keinen Job finden, frustrieren schlicht und einfach irgendwann.
Arbeitsagentur Die Arbeitslosenquote für Hochschulabsolventen lag 2016 bei 2,6 Prozent. Dieser Wert, bei dem die Ökonomen von Vollbeschäftigung sprechen? Aber dennoch spricht Volksökonomin Christina Boll, die am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut zum Thema Überqualifikation forscht, dass ein Drittel der Akademiker im „falschen“ Job arbeitet.
Je nach Definition fällt der Anteil mal höher, mal niedriger aus. Aber unmissverständlich ist immer: Absolventen der Hochschulen haben ein deutlich höheres Risiko als Menschen mit mittleren Abschluss, sich auf dem Arbeitsmarkt unter zu Wert verkaufen. Die Gefährdung scheint auf den ersten Blick sogar gewachsen zu sein.
Der Trend könnte sich fortsetzen, sagen die Forscher vom Bundesinstitut für Berufsbildung voraus. Wenn in der Vergangenheit zum Beispiel ein kaufmännischer Angestellter in Rente ging, erklärt Studienautor Tobias Meier, haben manche Firmen die Stellen mit einem BWL-Absolventen von der Uni nachbesetzt. Es ist also gut möglich, dass auch in Zukunft Akademiker auf Stellen nachrutschen, die bisher noch von Beschäftigen mit mittleren Ausbildungen besetzt wurden. Gleichzeitig werden einige Jobs anspruchsvoller und verlangen stärker als bisher nach Hochschulabsolventen.
Wie dem auch sei werden ein paar alte Grundsätze wohl auch weiterhin gelten: Geisteswissenschaftler tun sich auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Ingenieure. In Ostdeutschland sind Akademiker häufiger ohne Arbeit als im Westen.
Es gibt viele solcher Geschichten. Forscher des IAB haben für verschiedene Bereiche des Arbeitsmarktes die Verdienste für Studierte und beruflich Ausgebildete verglichen. Sie sind zu dem Entschluss gekommen, dass in manchen Bereichen das Studium nicht unbedingt mehr Geld, bringt auf das ganze Arbeitsleben gesehen. Teilweise sogar haben einige Berufsgruppen für Akademiker deutlich weniger Geld?
Diejenigen, die vor dem Akademisierungswahn warnen, verweisen gern auf solche Zahlen. Der Run auf die Hochschulen folgt also falschen Annahmen.
Die Frage ist nur, ob der Vergleich nicht selbst einer falschen Annahme folgt. Ein Abiturient steht oft nicht vor der Wahl, ob er Sozialpädagoge wird oder Fachinformatiker. Er entscheidet zwischen Lehrberufen und Studiengängen in dem Bereich, der die eigenen Interessen widerspiegelt.

Schlussendlich gibt es viele Faktoren, die bei der Entscheidung junger Menschen zum Thema Ausbildung eine Rolle spielen. Man kann und sollte nicht alles auf das Geld reduzieren, sondern auch seine Interessen wahren. Weiter sollte man auch nicht verkrampfen in der Stellensuche. Eine offene Haltung gegenüber allen Formen der Arbeitsplatzsuche, dazu zählen auch Headhunter und Zeitarbeit bzw. Direktvermittlung, ist ratsam.
Solange man mit seiner Wahl glücklich ist und sich identifizieren kann mit dem, was man macht, wird der Erfolg nicht ausbleiben. Natürlich gibt es immer wieder negative Beispiele und Rückschläge, aber den Kopf in den Sand stecken hat noch niemandem geholfen. Ob Akademiker, Facharbeiter oder mittlerer Abschluss spielt dabei keine Rolle.

Geht zur Uni! Geht zur Berufsschule! Oder egal, wohin es euch treibt, solange ihr macht, was ihr euch selber gegenüber vertreten könnt.

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